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Mittwoch, 1. August 2018

Rezension 3

Heute möchte ich über meine Leseerfahrung mit dem Roman "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde berichten. Das Thema ist ja zurzeit in aller Munde, so dass ich neugierig wurde, wie dieses naturwissenschaftliche Thema in einem Roman umgesetzt werden kann. Der Titel lässt erwarten, dass über die Entwicklung der Bienen und ihren Lebensumständen in einem bestimmten Zeitraum - eigentlich der Vergangenheit - berichtet wird. Der Roman ist in Montagtechnik geschrieben. Es werden Episoden aus verschiedenen Zeiten beschrieben. Im Jahr 1852 geht es im Prinzip um so etwas wie die Verwendung der Bienen durch die Menschen, in dem ihnen passende Bienenstöcke gebaut werden. In der Jetztzeit (2007) werden die Folgen dieser Bewirtschaftung (oder der Honig-Produktion) aufgezeigt - es ist nicht einfach als Imker zu überleben. Dann spielt der Roman auch noch in der Zukunft (was den Titel in meinen Augen etwas problematisch macht), in der Arbeiterinnen in China die Arbeit der Bienen übernehmen, was meines Wissens schon heute Realität ist.



Von der Konstruktion her finde ich den Roman recht gelungen und überraschend gut, vor allen Dingen, weil die verschiedenen Ebenen am Ende sehr gut miteinander verbunden werden. Zum Teil finde ich die Figuren etwas holzschnittartig und eindimensional - vielleicht sogar klischeehaft. Weiterhin hat mich die ganze Zeit interessiert, wie es zur politischen Situation in China gekommen ist und wie die Lebensumstände genau sind. Das bleibt sehr in der Luft und scheint mir nicht plausibel. Das macht für mich die Handlung in diesem Teil des Buches am wenigsten nachvollziehbar. Es ist für mich nicht stimmig, weil ich mir da mehr Hintergrundinformationen gewünscht hätte, da für mich die spärlichen Informationen kein Ganzes ergeben. Der Roman ist es ein durchaus lesenswertes Buch, in dem ich etwas Neues über Bienen erfahren habe.

Information:
Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen. Roman, München 2015, 15. Auflage. (Werbung, das Buch habe ich selbstbezahlt)

Dienstag, 3. Oktober 2017

Rezension: "Bewegung zum Glück"

Vor einiger Zeit ist mir dieses Buch von Dietmar Schubert in der Stadtbibliothek in die Hände gefallen. Da ich mich gerade mit Fitness und auch Muskeltraining auseinandersetze, passte es wie die Faust aufs Auge. Der Autor ist Arzt und scheint sich durch seine Tätigkeiten vielfach mit dem Thema beschäftigt zu haben. Dies erscheint sehr glaubwürdig.



Was mir gut gefällt, ist, dass es nicht darum geht mit einem Trainingplan zu trainieren oder irgendwelche hochgesteckten Ziele zu erreichen. Es soll uns alle motivieren einen ausgeglichenen Alltag zu leben und vor allen Dingen die Bewegung wieder in unseren täglichen Ablauf einzubinden. Und wenn wir ehrlich sind: Genau das fehlt den meisten von uns, oder?

Zunächst werden die Grundlagen der Gesundheit erläutert - dabei gab es für mich ein paar neue Erkenntnisse - und die Bedeutung der Muskeln für diese. Weiterhin geht es um Zusammenhänge zwischen Prägungen aus der Kindheit und wie wir heute sind oder um die Frage, warum wir uns nicht gerne verändern. Besonders wichtig fand ich, dass durch Fallbeispiele aufgezeigt wurde, dass fehlende Bewegung oft eine Begleiterscheinung von anderen Dingen ist: Krankheit, Unzufriedenheit, Traurigkeit ... Dass ein Arzt auch auf die Seele guckt, finde ich sehr schön.

Durch das Buch bin ich auf ein paar einfache Übungen aufmerksam geworden und so trainiere ich gerade Liegestütze und Kniebeugen (guckt mal bei hedinäht - da könnt ihr sehen, wie sie richtig ausgeführt werden).  

Das Buch hat mich ermuntert, mich selber kritisch zu hinterfragen und meinen Muskeln mehr Aufmerksamkeit zu schenken (traf aber auch auf eine sensible Phase, da ich beim Yoga auch an meine (Armmuskel-)Grenzen kam). Außerdem wird gezeigt, dass es eigentlich eine ganze einfache Sache ist: Willst du dir etwas Gutes tun? Na, dann los! Doch an einigen Stellen dachte ich mir so, ist das wirklich so einfach? Wie genau kann es gehen? Ich fand das Buch dann für mich als Studierte (sorry, ist nicht überheblich gemeint, aber ich kann halt auch komplizierte Texte lesen) an manchen Stellen zu einfach und zu wenig komplex - auch sprachlich. Besonders die Sache mit den Muskeln als Kraftwerk hätte mich noch mehr interessiert. Irgendetwas in mir zweifelt, ob der Untertitel wirklich wörtlich genommen werden kann: "Für immer gesund, vital und beweglich." Immer? Ich denke, dieses Versprechen ist zu groß.

Fazit: Ein lesenswertes Buch, das nachdenklich macht. Und neugierig auf die fehlenden Informationen.

Sonntag, 3. September 2017

Rezension: "Nutshell"

Heute morgen habe ich den Roman "Nutshell" von Ian McEwan ausgelesen. Es hat mir gut gefallen. Von dem Buch hatte ich im Radio gehört, als es gerade in Großbritannien erschienen ist und mich hatte die Hauptperson neugierig gemacht: Ein Fötus in der 38. Schwangerschaftswoche, der von drinnen erzählt. Persönlich glaube ich nicht, dass Föten Gedanken haben wie der Ich-Erzähler in dem Roman, doch genau das ist ja, was Fiktion auszeichnet. Es gibt Gedankenexperimente. 

Denn der kleine Junge muss so einiges miterleben, nämlich, dass seine Mutter sich vor der Geburt von seinem Vater getrennt hat und nun mit dessen Bruder (also seinem Onkel) in dem Haus wohnt, in dem sie aufgewachsen sind. Diese Dreiecksgeschichte entspannt sich weiter wie ein Krimi, von dem ich nicht zu viel erzählen will.

Der Roman ist im Ganzen sehr unterhaltsam und die Perspektive macht es wirklich interessant und die Spannung steigt von Kapitel zu Kapitel. Zwischendurch macht das zukünftige Kind allerdings Beobachtungen, die nicht wirklich glaubhaft sind. Mich wird das Buch immer an meinen Sommerurlaub erinnern, weil ich es auf der Rückfahrt auf dem Zwischenstopp in Stratford-upon-Avon gekauft habe.

Information:
Autor: Ian McEwan
Titel: Nutshell
Jahr: 2016 (Taschenbuchausgabe: 2017)
Seiten: 199
verlinkt: sonntagsglück

Montag, 21. August 2017

Rezension: "Die Frau im Spiegel"

Heute möchte ich meinen ersten Beitrag aus der neuen Rubrik "Gelesen" schreiben. Früher habe ich sehr viel gelesen und z.B. an Heiligabend schon das erste frisch geschenkte Buch durchgelesen. Zwischendrin habe ich nur noch beruflich gelesen, doch seit einiger Zeit lese ich nun bewusst wieder mehr. Ab jetzt werde ich meine persönlichen Eindrücke hier einfach sammeln.

Es geht um das Buch "Die Frau im Spiegel", das ich im Urlaub gelesen habe. In dem Roman geht es um 3 Frauen aus 3 Ländern in 3 Epochen, die alle irgendwie nicht in ihre Zeit passen. In Montagetechnik wird das Leben von Anne aus Belgien im Mittelalter, von Hanna aus Österreich am Anfang des 20. Jahrhunderts und von Anny aus Amerika in unserer Zeit geschildert. Alle Frauen sind auf der Suche und wir begleiten sie auf ihrem Weg - zwei Frauen durch das ganze Leben, eine durch einen Lebensabschnitt.

Durch die Erzähltechnik wird die Lektüre recht kurzweilig, denn es wird abwechselnd ein Kapitel aus dem Leben jeder Frau erzählt, was durchaus einen Cliff-Hanger-Effekt hat. Das Leben zweier Frauen wird aus Sicht des personalen Erzählers erzählt; das der dritten in Briefform aus Sicht der Ich-Erzählerin. Dies macht das Lesen recht abwechslungsreich.

Am Ende treffen sich die drei Lebensgeschichten und werden zusammengebracht, was ganz wunderbar passt. Der Roman ist gut zu lesen, z.T. kam mir die Entwicklung der Charaktere etwas linear vor, aber durchweg interessant und unterhaltsam zu lesen.



Information:
Autor: Eric-Emmanuel Schmitt
Titel: Die Frau im Spiegel
Jahr: 2012 (Original: 2011)
Seiten: 431